Die Schweiz und die EU - Für einander geschaffen

27 Décembre 2012 - écrit par sylvina neri - Lu 388 fois

Vorwort


Die vorliegende Schrift aus der Feder von Jacques Janin verbindet Engagement, Vernunft und Weitsicht und trägt wesentlich dazu bei, gegenwärtig in der Schweiz vorherrschende Denkverbote zur Stellung der Schweiz in Europa und die starre Fixierung auf den bilateralen Weg zu überwinden. Sie vermittelt ein überzeugendes und willkommenes Plädoyer für den Beitritt zur Europäischen Union.
 
Unser Land gehört natürlicherweise zu Europa; die Eidgenossenschaft gleicht durch Geschichte und Staatsaufbau in vielem dem europäischen Werk, das dem Kontinent Frieden und Freiheit geschenkt hat und wovon die Schweiz in hohem Masse profitiert. Die Schrift hilft, eine einseitige auf die Frage des Marktzuganges und der Nichtdiskriminerung beschränkte Europapolitik zu öffnen und den Blick frei werden zu lassen auf das, worauf es wirklich ankommt: die aktive und gestaltende Teilhabe am Europäischen Werk und der Befriedung des Kontinents, auf die Wahrung europäischer Werte und Interessen einer globalisierten Welt.
 
Dass dies eine Stimme aus Sicht der Landwirtschaft tut, die zugleich für Wettbewerb und offene Märkte als notwendige Voraussetzung der Nachhaltigkeit eintritt, gibt der Schrift ein besonderes Gewicht. Die schweizerische Landwirtschaft wird längerfristig nur im Rahmen der Währungsunion überleben können; die jüngsten Erfahrungen mit einem zu starken Franken und seiner Anbindung an den Euro zeigen, dass Erhalt und Förderung des industriellen und landwirtschaftlichen Werkplatzes bereits mittelfristig am besten innerhalb der Union erreicht werden können.
 
Umso mehr gilt dies, wenn die globale Sicht mit einbezogen wird. Aus die- ser Perspektive ist die Schweiz schon längst Teil Europas und wird auch zunehmend im Schlepptau der EU und als zugewandter Ort wahrgenommen. Die Herausforderungen Europas sind auch die Herausforderungen der Schweiz. Im Alleingang der Aussenwirtschaftspolitik sind nur kurzfristige Vorteile zu holen, die sich langfristig nachteilig auswirken werden. Die Schweiz gewinnt vielmehr an Statur, wenn sie sich aktiv am Integrations- prozess mit seinen Fort- und Rückschritten beteiligt und ihre Erfahrung,

ihre Wirtschaftskraft und föderale Vernunft einbringt. Es ist an der Zeit, dies erneut zu erkennen und entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Jacques Janin leistet dazu einen engagierten, der jungen Generation gewidmeten Beitrag.
 
 
 
 
Thomas Cottier,
Ordinarius für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht
Universität Bern




              

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